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Exkursion Dessau

Exkursion Umweltbundesamt Dessau

Um Erfahrungen von Gebäuden mit einem überdachtem Atrium für ein anstehendes Projekt mit Bauherr und Architekt zu sammeln, führte uns eine Exkursion am 23.08. 2018 zum prämierten Bundesumweltamt nach Dessau. Eva und Vincent vor den schönen und inflationär anmutenden Zertifikaten von DGNB bis EnEV-Ausweis usw., die die ökologische und energieeffiziente Qualität des „Leuchtturmprojektes“ der Öffentlichkeit präsentieren sollen. Wir haben genauer nachgeschaut und die Nutzer befragt. Wir wissen nun, der schöne Schein trügt, wie so oft bei Leuchtturmprojekten. Das Atrium wäre von seiner schönen farbigen Gestaltung als nutzbarer und verbindender Außenraum wunderbar gelungen, wenn nicht bauphysikalische und sicherlich anlagentechnische gravierende Mängel Probleme machten. So besteht das mehrere tausend Quadratmeter große und kostenintensive Atriumdach nur aus einer Einfachverglasung an der natürlich die feuchtwarme Luft aus den Büros bei geöffneten Fenstern wunderbar auskondensiert. Ein teurer innenliegender Sonndenschutz erfüllt seine Funktion nicht. Eine Zweifachverglasung mit Sonnenschutzglas oder auch bedruckt mit nachgewieseneg-Wert wäre hier billiger und bauphysikalisch richtig gewesen. Auch das Lüftungskonzept ist aus unserer Sicht fragwürdig, da die notwendigen hygienischen Lüftwechsel sicher nicht erreicht werden. Die Nutzer öffnen aus Mangel an Frischluft also die Fenster zum Atrium und heizen damit das riesige Volumen. Über die thermisch schlechte Dachverglasung (Einfachglas ca. 5 W/m²K) zieht dies natürlich erhebliche Wärmeverluste nachsich, die sich auch in den Verbrauchskosten niederschlagen. Die Angaben im Energieausweis sind also, wie so oft, Schall und Rauch.

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